Grundlagen
So schreibst du einen Lebenslauf: Aufbau, Reihenfolge und was heute hineingehört
Ein Lebenslauf ist eine tabellarische Übersicht auf höchstens zwei Seiten. Die jüngste Station steht oben, jede Station hat Monat und Jahr. Foto, Geburtsdatum und Unterschrift sind heute freiwillig. Diese Seite zeigt Aufbau und Reihenfolge an einem durchgehenden Beispiel.
Die Grundform: tabellarisch und umgekehrt chronologisch
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt den Lebenslauf als tabellarische Übersicht auf höchstens zwei DIN-A4-Seiten. Links steht der Zeitraum, rechts die Station. Innerhalb jedes Abschnitts beginnst du mit dem jüngsten Eintrag und gehst Schritt für Schritt in die Vergangenheit. So empfiehlt es die Arbeitsagentur. Wer den Lebenslauf liest, sieht damit zuerst, was du heute machst.
Ausbildung.de lässt auch die gewöhnliche Zeitfolge gelten, nennt aber die tabellarische Form den Standard. Einen ausformulierten Lebenslauf in ganzen Sätzen verlangt heute kaum noch ein Betrieb. Für jede Station genügen laut Arbeitsagentur Monat und Jahr, dazu Arbeitgeber, Position und drei bis fünf Stichpunkte zu den Aufgaben.
Der Aufbau von oben nach unten
Die Abschnitte folgen einer festen Reihenfolge. Wer Berufserfahrung hat, stellt sie vor die Schule. Wer noch zur Schule geht, beginnt mit dem schulischen Werdegang, so wie ausbildung.de es für Bewerbungen um eine Ausbildung beschreibt.
- Überschrift: einfach „Lebenslauf“.
- Persönliche Angaben: Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
- Berufserfahrung: Stellen, Praktika und Nebenjobs mit Zeitraum, Betrieb, Position und Aufgaben.
- Ausbildung: Studium, Berufsausbildung und Schule mit Zeitraum und Abschluss. Die Grundschule entfällt laut ausbildung.de, sobald du Abitur, eine Ausbildung oder ein Studium hast.
- Kenntnisse: Sprachen mit Niveau, Programme mit Kenntnisstufe, Führerschein.
- Engagement und Hobbys: Ehrenämter gibst du laut Arbeitsagentur immer an. Hobbys nur, wenn sie zur Stelle passen.
- Ort, Datum und Unterschrift: am Ende, wenn du unterschreibst.
Foto, Geburtsdatum, Unterschrift: was heute üblich ist
Viele Angaben, die früher selbstverständlich im Lebenslauf standen, sind heute freiwillig. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll unter anderem Benachteiligungen wegen des Alters, des Geschlechts und der ethnischen Herkunft verhindern. Die Tabelle fasst zusammen, was die Arbeitsagentur und ausbildung.de zu den einzelnen Angaben sagen.
| Angabe | Heute üblich | Quelle |
|---|---|---|
| Foto | Kein Muss mehr. Legst du eines bei, steht es oben im Lebenslauf oder auf einem Deckblatt. | Bundesagentur für Arbeit |
| Geburtsdatum und Geburtsort | Freiwillig. Die Arbeitsagentur zählt sie noch zu den persönlichen Angaben, ausbildung.de nennt sie optional. | beide |
| Familienstand | Freiwillig | Bundesagentur für Arbeit |
| Religion | Nur, wenn der Arbeitgeber danach fragt | Bundesagentur für Arbeit |
| Beruf der Eltern | Nicht nötig | Bundesagentur für Arbeit |
| Unterschrift | Nicht verpflichtend, aber üblich. Sie zeigt, dass die Fassung aktuell ist. | beide |
Unterschreibst du, stehen Ort und Datum nach ausbildung.de links und die Unterschrift rechts. Eine eingescannte Unterschrift reicht dafür aus.
Ein durchgehendes Beispiel: vom Stapel Notizen zum Lebenslauf
Das Beispiel ist erfunden. Lena Brandt ist Industriekauffrau und bewirbt sich als Sachbearbeiterin in der Buchhaltung eines Möbelherstellers. Die Anzeige verlangt Erfahrung mit Eingangsrechnungen und mit der Abstimmung offener Posten. Lenas alter Lebenslauf beginnt mit der Grundschule, nennt bei jeder Station nur Jahreszahlen und endet mit „Hobbys: Lesen, Reisen, Freunde treffen“.
Vorher
2016–2019 Ausbildung, Firma Kessler
2019–heute Kessler GmbH, Büro
Hobbys: Lesen, Reisen, Freunde treffen
Nachher
Berufserfahrung
08/2019–heute Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung, Kessler GmbH, Bielefeld
• Eingangsrechnungen prüfen und im ERP-System buchen
• offene Posten mit Lieferanten abstimmen
Ausbildung
08/2016–07/2019 Ausbildung zur Industriekauffrau, Kessler GmbH
Kenntnisse
Excel (sehr gut), Englisch (B2)
Engagement
seit 2021 Kassenwartin, Turnverein Brackwede
Die neue Fassung beginnt mit der aktuellen Stelle und nennt Monat und Jahr. Unter der Station stehen die Aufgaben, die in der Anzeige vorkommen: Rechnungen prüfen und offene Posten abstimmen. Die Hobbys sind verschwunden. Das Ehrenamt als Kassenwartin bleibt, weil es zur Buchhaltung passt. Die Grundschule fällt weg, weil Lena einen Berufsabschluss hat.
Diesen Abgleich zwischen Anzeige und Lebenslauf kannst du von Hand machen. Die Lebenslauf-KI übernimmt ihn für dich. Sie ordnet deinen vorhandenen Werdegang nach der Anzeige und übernimmt deren Begriffe. Daten, Arbeitgeber und Abschlüsse lässt sie unverändert. Was in deinem Lebenslauf fehlt, ergänzt sie nicht. Mehr dazu auf der Seite Lebenslauf mit KI anpassen.
Format und Länge
Ausbildung.de empfiehlt eine Schrift wie Calibri, Cambria oder Helvetica in etwa 11 Punkt mit einfachem Zeilenabstand. Für die Ränder nennt die Seite die Werte aus der DIN 5008: oben 4,5 cm, unten und links 2,5 cm, rechts 2 cm. Die Telefonnummer schreibst du dort mit +49 und ohne die erste Null der Vorwahl, also etwa +49 521 1234567.
Zur Länge sagt die Arbeitsagentur höchstens zwei Seiten. Wann eine Seite reicht und wann zwei sinnvoll sind, steht im Ratgeber Lebenslauf: eine Seite oder zwei. Ob ein Bewerbermanagementsystem deinen Text sauber ausliest, prüfst du kostenlos mit dem ATS-Check.
Fehler, die du vermeiden kannst
- Lücken verschweigen oder Stationen erfinden. Ausbildung.de weist darauf hin, dass falsche Angaben ein Kündigungsgrund sein können. Wie du Pausen ehrlich einträgst, zeigt der Ratgeber Lücken im Lebenslauf.
- Nur Jahreszahlen statt Monat und Jahr. Die Leserin kann dann nicht erkennen, wie lang eine Station wirklich war.
- Eine Fassung für alle Bewerbungen. Die Arbeitsagentur rät, den Lebenslauf auf jeden Arbeitgeber zuzuschneiden.
- Eine Vorlage eins zu eins übernehmen, verspielte Schriften oder zu viel Fettdruck.
- Hobbys ohne Bezug zur Stelle.
Liegt der Lebenslauf fertig vor, schickst du ihn zusammen mit dem Anschreiben ab. Wie das per Mail klappt, steht im Ratgeber Bewerbung per E-Mail.

Häufige Fragen
Wie ist ein Lebenslauf aufgebaut?
Überschrift, persönliche Angaben, Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse, Engagement und am Ende Ort, Datum und Unterschrift. Innerhalb der Abschnitte steht die jüngste Station oben.
Muss ein Foto in den Lebenslauf?
Nein. Die Bundesagentur für Arbeit schreibt, ein Bewerbungsfoto sei kein Muss mehr. Wer eines beilegt, setzt es oben in den Lebenslauf oder auf ein Deckblatt.
Gehört das Geburtsdatum in den Lebenslauf?
Es ist freiwillig. Ausbildung.de nennt Geburtsdatum und Geburtsort optional. Der Familienstand ist laut Arbeitsagentur ebenfalls freiwillig.
Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
Nein, aber es ist üblich. Ort und Datum stehen links, die Unterschrift rechts. Eine eingescannte Unterschrift genügt.
Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
Höchstens zwei DIN-A4-Seiten, so die Bundesagentur für Arbeit. Für Schüler und Berufseinsteiger reicht meist eine Seite.
Gebe ich Monat oder nur das Jahr an?
Monat und Jahr. Tagesangaben braucht es laut Arbeitsagentur nicht. Mit reinen Jahreszahlen bleibt unklar, wie lang eine Station war.
Quellen
- Lebenslauf: So schreibst du ihn richtig, Bundesagentur für Arbeit (abgerufen 2026-10-21)
- Lebenslauf für die Bewerbung, ausbildung.de (abgerufen 2026-10-21)
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, § 1 Ziel des Gesetzes, Bundesministerium der Justiz (abgerufen 2026-10-21)