Grundlagen

Bewerbung schreiben: Bestandteile, Aufbau und Versand auf einen Blick

Eine Bewerbung besteht aus Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und gegebenenfalls weiteren Bescheinigungen. Das Anschreiben kommt zuerst, passt auf eine Seite und belegt in drei Absätzen, warum du zur Stelle passt. Diese Seite zeigt Reihenfolge, Aufbau, Format und Versand an einem durchgehenden Beispiel und verweist für Sonderfälle auf eigene Ratgeber.

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Woraus eine Bewerbung besteht

Der Career Service der Universität Erlangen-Nürnberg nennt vier Bestandteile: den Lebenslauf, das Anschreiben, die Zeugnisse und gegebenenfalls weitere Bescheinigungen. Der Lebenslauf soll möglichst lückenlos sein. Wie du ihn aufbaust, steht im Ratgeber Lebenslauf schreiben. Das Anschreiben ist der einzige Teil, in dem du in ganzen Sätzen erklärst, warum du dich bewirbst.

Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt für die Mappe eine feste Reihenfolge: zuerst das Anschreiben, bei Bedarf danach ein Deckblatt, dann der Lebenslauf und zuletzt die Anlagen, zum Beispiel Zeugnisse. Wer die Unterlagen als eine Datei verschickt, hält sich an dieselbe Reihenfolge. Wie das mit Dateigröße und Dateiname klappt, steht auf der Seite Bewerbung als PDF.

Drei Fälle, drei Schwerpunkte

Der Career Service der Universität Erlangen-Nürnberg unterscheidet die Bewerbung auf eine Stellenanzeige und die Initiativbewerbung. Dazu kommt ein dritter Fall, der im Anschreiben eigene Sorgfalt verlangt. Welcher gilt, bestimmt, was du schreibst.

FallWas das für dein Anschreiben heißt
Es gibt eine StellenanzeigeDu beziehst dich auf die Anzeige und belegst die genannten Anforderungen einzeln. Mehr dazu auf der Seite Anschreiben mit KI.
Es gibt keine Anzeige (Initiativbewerbung)Du beschreibst selbst, was du dem Betrieb anbietest. Die Details stehen im Ratgeber Initiativbewerbung.
Du wechselst das FachDu verbindest die alte Erfahrung mit der neuen Aufgabe. Dazu gibt es den Ratgeber Anschreiben als Quereinsteiger.

Der Aufbau von oben nach unten

Ausbildung.de beschreibt eine feste Struktur. Sie gilt für fast jedes Anschreiben, nicht nur für die Ausbildung.

  1. Kopf: deine Anschrift, die Anschrift des Betriebs, Ort und Datum.
  2. Betreff: fett gesetzt und ohne das Wort „Betreff“. Er nennt die Stelle, auf die du dich bewirbst.
  3. Anrede: mit Namen, wenn du die Ansprechperson kennst. „Sehr geehrte Damen und Herren“ gilt dort als zu unpersönlich.
  4. Einleitung, Hauptteil, Schluss: die Dreierregel. Die Einleitung sagt, warum du schreibst. Der Hauptteil belegt, warum du passt. Der Schluss bittet um ein Gespräch.
  5. Gruß und Unterschrift: „Mit freundlichen Grüßen“, ausgeschrieben und ohne Satzzeichen danach.

Nach der Anrede mit Komma beginnt der erste Satz klein. Das ist einer der Fehler, die ausbildung.de ausdrücklich nennt.

Länge und Format

Das Anschreiben passt auf eine Seite. Ausbildung.de nennt dafür etwa drei Absätze mit je vier bis sechs Zeilen, zusätzlich zu Kopf, Betreff, Anrede und Gruß. Für die Formatierung gilt dort die DIN 5008, die das Layout eines Geschäftsbriefs regelt und mit dem Inhalt nichts zu tun hat. Die Seite nennt als Werte:

AngabeWert laut ausbildung.de
SchriftCalibri, Cambria oder Helvetica, 11 Punkt
Rand oben4,5 cm
Rand unten2,5 cm
Rand links2,5 cm
Rand rechts2 cm, mindestens 1,5 cm
Ausrichtunglinksbündig, nur das Datum rechtsbündig

Blocksatz erschwert nach derselben Quelle das Lesen, und verspielte Schriften wie Comic Sans wirken unseriös.

Versand per E-Mail oder Portal

Der Career Service der Universität Erlangen-Nürnberg schreibt, dass große Firmen oft eine elektronische Plattform anbieten, auf der du die Unterlagen hochlädst. Alternativ gehen sie häufig per E-Mail. Wie der Betrieb es wünscht, steht meist in der Stellenanzeige oder auf der Karriereseite.

Bei einer E-Mail nennt dieselbe Quelle drei Regeln: Die Unterlagen gehen als PDF raus, der Betreff passt zur Stelle, und die Absenderadresse ist seriös und enthält mindestens deinen Nachnamen. Eine Adresse wie „kuschelbaer99“ fällt also durch, „j.keller“ nicht. Betreff, Mailtext und Anhang an einem Beispiel zeigt der Ratgeber Bewerbung per E-Mail.

Ein durchgehendes Beispiel: von der Anzeige zum Absatz

Das Beispiel ist erfunden. Jonas Keller bewirbt sich als Fachkraft für Lagerlogistik. In der Anzeige stehen drei Anforderungen: Staplerschein, Erfahrung mit Warenwirtschaft, Bereitschaft zur Frühschicht. Jonas hat den Staplerschein, zwei Jahre im Wareneingang eines Baumarkts gearbeitet und dort Lieferungen im Warenwirtschaftssystem gebucht.

Vorher

Ich bin zuverlässig, flexibel und habe Erfahrung im Lager. Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle.

Nachher

Im Wareneingang des Baumarkts Hellweg habe ich zwei Jahre lang täglich etwa zwanzig Lieferungen im Warenwirtschaftssystem gebucht. Den Staplerschein besitze ich seit 2023, und Frühschichten ab 5 Uhr kenne ich aus dieser Zeit.

Der zweite Text beantwortet die drei Anforderungen aus der Anzeige in zwei Sätzen. Der erste behauptet Eigenschaften, die niemand prüfen kann. Ausbildung.de nennt Sätze wie „Ich bin sehr flexibel“ ohne Beleg ausdrücklich als Fehler.

Wenn du diesen Schritt nicht von Hand machen willst, hilft die Anschreiben-KI. Du gibst die Stellenanzeige und deinen Lebenslauf ein. Zu jeder Aussage zeigt das Werkzeug, aus welcher Stelle des Lebenslaufs sie stammt. Fehlt ein Beleg, bleibt eine Lücke stehen, statt etwas zu erfinden.

Fehler, die du vermeiden kannst

Ausbildung.de nennt unter anderem diese Fehler:

  • Standardeinstiege wie „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Ich habe Ihre Stellenanzeige gelesen“.
  • Das Wort „Betreff“ in der Betreffzeile.
  • Den Konjunktiv bei der Bitte um ein Gespräch („Ich würde mich freuen, wenn …“) statt einer klaren Bitte.
  • Kontaktdaten im Fließtext, obwohl sie im Kopf und im Lebenslauf stehen.
  • Eigenschaften ohne Beleg, zum Beispiel „sehr flexibel“.

Weiterlesen nach Situation

Für besondere Fälle gibt es eigene Ratgeber: das Motivationsschreiben für Studium und Stipendium, die Bewerbung für die Ausbildung, den Umgang mit Lücken im Lebenslauf und den Vergleich Bewerbung mit ChatGPT.

Schreibtisch mit Bewerbungsunterlagen, Stift und Kaffeetasse in ruhigem Licht

Häufige Fragen

Was gehört zu einer Bewerbung?

Nach dem Career Service der Universität Erlangen-Nürnberg der Lebenslauf, das Anschreiben, die Zeugnisse und gegebenenfalls weitere Bescheinigungen.

In welcher Reihenfolge lege ich die Unterlagen zusammen?

Nach der Bundesagentur für Arbeit: Anschreiben, bei Bedarf Deckblatt, Lebenslauf, dann die Anlagen wie Zeugnisse.

Wie lang darf das Anschreiben sein?

Eine Seite. Nach ausbildung.de genügen dafür etwa drei Absätze mit je vier bis sechs Zeilen.

Wie baue ich das Anschreiben auf?

Kopf mit Anschriften, Ort und Datum, Betreff ohne das Wort „Betreff“, Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Gruß und Unterschrift.

Schicke ich die Bewerbung als PDF?

Bei einer E-Mail ja. Der Career Service der Universität Erlangen-Nürnberg rät dazu, die Unterlagen als PDF zu senden und einen passenden Betreff zu wählen.

Wie schreibe ich eine Bewerbung ohne Stellenanzeige?

Als Initiativbewerbung. Du beschreibst selbst, was du dem Betrieb anbietest. Einen eigenen Ratgeber dazu findest du bei KI-Lebenslauf unter „Initiativbewerbung“.

Quellen

  1. Unterrichtsidee: Das Bewerbungsanschreiben, Bundesagentur für Arbeit (abgerufen 2026-10-20)
  2. Anschreiben für die Ausbildung, ausbildung.de (abgerufen 2026-10-20)
  3. Überblick über Bewerbungsarten gewinnen, Career Service der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (abgerufen 2026-10-20)